Von biopsychosozial bis evidenzbasiert: Was moderne Medizin wirklich bedeutet

Gesundheitsversorgung, die dem individuellen Menschen dient.

Während der Pandemiejahre hat im Gesundheitswesen ein Menschenbild die Oberhand gewonnen, das sich sehr nachteilig auf die Gesundheit auswirkt: Der Mensch als Virusträger und grundsätzliche Gefahr. Mehr als je zuvor haben sich nicht nur viele ÄrztInnen, sondern sogar die gesamte Politik auf Krankheit fokussiert – in diesem Fall sogar auf nur eine einzige Viruserkrankung. Der Mensch als ganzheitliches Wesen wurde völlig in den Hintergrund gedrängt. Das ist ein Denkansatz, der sich sowohl auf den einzelnen Menschen, als auch auf die Gesundheit einer Gesellschaft schädlich auswirkt. Die ersten sogenannten „Kollateralschäden“ sind längst sichtbar.

Der Mensch ist eben keine Maschine

Tatsächlich nämlich setzt sich Gesundheit aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen, die sich nicht voneinander trennen lassen. Der Mensch ist eben keine Maschine, die nur ein wenig Motoröl oder ein neues Ersatzteil braucht, um wieder rund zu laufen. Der Mensch ist ein körperlich-seelisches Wesen, das mit seinem öko-sozialen Umfeld in ständigem Austausch steht. Zu umfassender Gesundheit kann es nur kommen, wenn der gesamte Mensch wahrgenommen wird, mit allen Aspekten, die zu seinem Wohlbefinden beitragen: den körperlichen, den seelischen und den sozialen.

„Bildung, Wohlstand und Freiheit sind die einzigen Garantien für dauerhafte Volksgesundheit.”

Rudolf Virchow, Arzt, Begründer der modernen Zellpathologie

Nur die persönliche medizinische Betreuung wird dem ganzen Menschen gerecht.

Diese Tatsache ist der Medizin schon seit tausenden Jahren bekannt und lässt sich heute auch durch wissenschaftliche Studien eindeutig belegen. Aus diesen Erkenntnissen entstand das biopsychosoziale Modell von Krankheit und Gesundheit. Es wird an Universitäten gelehrt und gehört zum State of the Art der Gesundheitswissenschaft. Gute Ärzte und Ärztinnen praktizieren auch dementsprechend: Sie nehmen den Menschen als Individuum wahr, hören ihm zu, respektieren seine körperliche und seelische Integrität und verstehen sich selbst als Unterstützende, und ganz bestimmt nicht als übergeordnete Autorität. ­– Und schon gar nicht als sture Ausführende von vorgegebenen Behandlungsrichtlinien.

Was Evidenzbasierte Medizin wirklich ist

Widerspricht das nicht den Prinzipien der Evidenzbasierten Medizin? – Nicht im Geringsten. Was heute meist als evidenzbasiert bezeichnet wird, ist nämlich nur eine der drei gleichberechtigten Säulen von Evidenzbasierter Medizin: die klinischen Studien. Wer sich nur auf diese verlässt, endet gezwungenermaßen bei einer Richtlinien- oder „Kochbuch“-Medizin, die am individuellen Menschen vorbeigeht und theoretisch sogar von Computerprogrammen ausgeführt werden kann. Das mögen sich manche Menschen wünschen, den Patienten tut eine entpersonalisierte Krankheitsbehandlung nicht gut.

Echte Evidenzbasierte Medizin nach ihrem Begründer David Sacket vereint den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Studienergebnisse mit Wissen, Erfahrung und Intuition des Arztes und mit den Wertvorstellungen und Wünschen des Patienten. Jeglicher Druck oder Zwang zu medizinischen Behandlungen ist dementsprechend undenkbar.

Die Wissenschaftliche Initiative Gesundheit für Österreich setzt sich für ein Gesundheitswesen ein, das vom biopsychosozialen Ansatz getragen ist und alle drei Säulen der Evidenzbasierten Medizin in sich vereint. Alle Ärztinnen, Ärzte und TherapeutInnen, die in unserem Portal gelistet sind, stehen für eine solchermaßen patientenzentrierte und menschengerechte Gesundheitsversorgung.

Arzt- und Therapeutensuche

Hier entsteht gerade eine Möglichkeit, nach ÄrztInnen und TherapeutInnen zu suchen, die unseren Zugang zu einer menschenzentrierten – eben biopsychosozialen – Medizin teilen.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an, dann informieren wir Sie, sobald das Suchportal eingerichtet ist.

Scroll to Top