Worin unterscheidet sich die Immunität durch Impfung von jener durch natürliche Infektion?

Bei einer Impfung verabreicht man einen ganzen Erreger bzw. einen Teil davon. Die derzeit bei uns verwendeten Impfstoffe gegen SARS-CoV2 beruhen alle nur auf einem kleinen Bestandteil des Virus (Spike-Protein). Je nach Impfstoff wird dafür ein künstlich hergestelltes Spike-Protein (Novavax) bzw. nur mehr die genetische Information (der „Bauplan“) für das Spikeprotein verabreicht und unsere Zellen bilden die Spikeproteine. Unser Körper kennt nach diesen Impfungen daher nur das Spike-Protein und kann nur darauf mit der Bildung von Antikörpern und T-Zellen reagieren. Die Delta-Variante unterscheidet sich von der Omikron-Variante durch 30 Mutationen alleine in der Spike-Region; der Unterschied zur Ursprungsvariante (auf der immer noch alle Impfstoffe beruhen) ist noch größer. Die Wirksamkeit der Impfung sinkt dadurch.

Bei einer natürlichen Infektion kommt unser Körper mit dem gesamten Virus in Kontakt und kann dadurch gegen viele verschiedene Bestandteile des Virus Antikörper und T-Zellen bilden. Die Immunreaktion ist dadurch „breiter“ und wird durch Virus-Mutationen nicht so stark beeinflusst.

Ein weiterer Unterschied zwischen Impfung und natürlicher Infektion liegt in der Art, wie unser Körper mit dem Virus in Kontakt kommt; d.h. wo die Immunreaktion stattfindet. Bei den Covid-Impfungen wird der Impfstoff in den Muskel injiziert und verteilt sich von dort (über die Lymphknoten) rasch im ganzen Körper. Es ist dabei nicht beschrieben, wo die Immunreaktionen stattfinden, wieviel Spike-Protein unser Körper produziert und wie lange diese Produktion anhält (lt. Studien mindestens 2 Monate, längere Zeiträume wurden nicht untersucht).

Bei einer natürlichen Infektion befällt das Virus zuerst die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum. Dort gibt es mehrere Abwehrmechanismen (Speichel, Schleimhautzellen und eine Reihe von Abwehrzellen), die Krankheitserreger bereits in vielen Fällen unschädlich machen können. Auch im Bereich der Bronchien gibt es einige Abwehrmechanismen, die unsere Lungen vor Infektionen schützen. Erst bei schweren Verläufen gelangt das Virus ins Blut und kann sich damit im Körper verteilen. Bei natürlichem Kontakt mit einem Krankheitserreger werden in den Schleimhäuten neben verschiedenen Entzündungszellen auch spezielle Antikörper gebildet (sog. sekretorische IgA-Antikörper). Bei neuerlichem Kontakt kennt unser Körper den Erreger bereits und es kommt zu einer raschen und gezielten Abwehrreaktion bereits im Bereich der Eintrittspforte. Dadurch wird die Weitergabe des Virus deutlich reduziert.

Nach Impfungen fehlt dieser Teil der Abwehr (durch die Verabreichung in den Muskel), weshalb mit diesen Impfstoffen auch keine sterile Immunität (= Verhinderung der Virusweitergabe) erzielt werden kann. Es wird schon länger an inhalativen Impfstoffen gegen Atemwegs-Infektionen geforscht. Ein großes Problem in diesem Zusammenhang sind toxische Nebenwirkungen im Bereich der Lungen. Es gibt einen intranasalen Impfstoff gegen Influenza. Dieser enthält ein abgeschwächtes Lebendvirus und ist für Menschen über 18 Jahre und für Immungeschwächte nicht zugelassen. Versuche mit intranasalen Impfstoffen gegen SARS-CoV2 zeigen bisher eine eher schwächere Antikörperreaktion, die eventuell Kombinationen mit intramuskulärer Verabreichung erforderlich machen.

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